Seit Darwin konnten wir uns eine andere Spezies nur als "Verbesserung"
der unsrigen vorstellen, in der Hoffnung, sie würde weniger zerstörerisch
ausfallen. Doch es gibt keine mögliche neue Spezies und keine
Zukunft für die Erde, wenn wir nicht zur physischen Wurzel
dessen gehen, was wirklich die Zerstörung bewirkt - die Zerstörung
von allem: Menschen und Tieren, seit Milliarden Jahren. Es gibt aber nur
eine mögliche Art, sich auf die Suche nach diesem allerersten Grab
der Erde zu machen, und zwar in den eigenen Körper zu tauchen, in
seine Zellen, seine Atome, und dieses "etwas, das den Tod bewirkt" bei
lebendigem Leibe zu durchqueren. Dann weiß man, was es ist und worum
es sich handelt, ohne Mikroskop und ohne Anästhesie. Dann weiß
man, daß dieser große Zerstörer, dieser "Tod, der sich
an seinen Geschöpfen mästet" durchdringbar und zerstörbar
ist. Am Ende dieser fabelhaften Forschung, dieses gefahrvollen Abenteuers,
auf der anderen Seite dieser vorzeitlichen Mauer des Todes - genau in den
Zellen des Körpers - entdeckt man eine neue Art Leben, eine neue Art
Luft, eine andere physische Atmung, wie es sie seit dem Erscheinen
des ersten Lungensystems und der ersten Amphibie vor 400 Millionen Jahren
noch nie gegeben hat. Dies ist das Geheimnis unserer alten tödlichen
Evolution und das Tor einer neuen Schöpfung auf der Erde. Evolution
II.
ISBN 3-910083-17-X, 128 Seiten, 9,70 Euro
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Satprem
Evolution II
Nach dem Menschen, wer?
Vor allem aber:
Nach dem Menschen, wie?
Institut für Evolutionsforschung
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[Startseite - Info] .....
Aus dem Inhalt:
1 Evolution II
2 Das günstige Milieu
3 Die beiden Enden der menschlichen Erfahrung
4 Der Faden
5 Die Tore der Sonne
6 Sri Aurobindo
Kapitel 1:
Darwin stellte sich gewiß einige Fragen, als ihm nach und nach unzweifelhaft
klar wurde, daß auch die Königin Viktoria von einem Affenweibchen
abstammte. Auch der große Erzbischof von Canterbury. Es war fast
wie ein "Mordgeständnis", gab er zu, bevor er sich in den Ursprung
der Arten vertiefte; es machte ihn zum Agnostiker, und die gesamte
biblische und religiöse Lehre der Unveränderlichkeit der Arten
brach zusammen - eine weit tieferreichende Revolution als die der Bastille
von 1789. Letztere verwandelte zwar Europa von Grund auf, aber diesmal
wurde die Welt der letzten vier Milliarden Jahre in Frage gestellt.
Vielleicht besteht die wesentliche Eigenheit des Menschen darin, Fragen
zu stellen und Dinge in Frage zu stellen.
Auch seine homozentrische Schöpfungslehre.
Man wechselt die Politik, die Religion und die Ideen - sogar sehr viele
Ideen seit einigen Jahrtausenden der Menschheit. Sri Aurobindo sagte: "Das
Mental ist eine unendliche Schlange, die sich endlos um sich selber windet."
Das kann lange so weitergehen. Wechselt man aber den Menschen?
Nicht den Menschen "verändern", denn er ändert sich sehr leicht,
wie das Kamäleon, bleibt dabei aber vollkommen ein Kamäleon -
nicht mehr allzu vollkommen in letzter Zeit. Doch vom Menschen, der als
Homo
sapiens bezeichneten Spezies, zu etwas anderem übergehen, wie
die kleine Eidechse nach dem Fisch, nur vielleicht noch radikaler? Mit
ihrem stets gegenwärtigen Humor sagte Mutter (über die Reinkarnation):
"Man hängt den Mörder, schön und gut, aber er macht in einem
anderen Hemd weiter." (!) Das Menschenhemd wird allmählich sehr alt.
Die Mörder auch. Unsere Ideen auch - noch eine Windung um die große
Schlange?
Darwin untersuchte Iguanas, Schildkröten und Gürteltiere -
die lassen sich wenigstens untersuchen, und sie fossilisieren ohne Päpste
und Posaunen und auch ohne Ideologie. Aber schließlich wechseln die
kleinen Fische auch ihre Hemden, und wie sich eins aus dem anderen ergibt,
sozusagen von Hemd zu Hemd, werden sie vollkommene Menschen - mit welchem
göttlichen Recht? Und für immer?
Vor nicht sehr langer Zeit erklärte ein "großer" amerikanischer
Staatschef ungeniert: "Wir stehen an der Spitze der Welt." Aber auch das
wird zu fossiler Materie werden, ohne Unterschiede der Ideen oder der Religion
- meßbar an der Masse der Kalkablagerungen.
Stellen wir also die Frage, die uns erlauben würde, etwas anderes
zu werden als eine bestimmte Menge Kalk in einem bestimmten Hemd.
Ich wunderte mich schon immer - jedenfalls seit Lamarck1, der seine
Zoologische
Philosophie genau in Darwins Geburtsjahr zu schreiben wagte -, warum
diese provisorischen "Chefs" der Zoologie sich nie fragten: Nach dem Menschen,
wer?
Mit so vielen Kanonen und sapiens, wie könnte man da dieses
Hemd entthronen? Die vorzeitlichen und königlichen Affenweibchen hätten
auch nicht anders "gedacht", die Hammerhaie und Tyrannosaurier auch nicht.
Vor allem aber stellt sich die Frage: Nach dem Menschen - wie?
Hier gelangen wir zur angewandten Zoologie oder zum Evolutionismus in
vivo.
Es ist durchaus möglich, daß all diese Milliarden Jahre der
Evolution nur auf den einen Punkt zustrebten, wo eine einzige Spezies fähig
wäre, sich über sich selbst zu beugen - nicht um ihre Welt, ihre
Flossen, Pfoten oder "Ideen" über die Welt zu verbessern, sondern
um diesen Haufen Kalk und Gewebe zu untersuchen und zu entdecken, was daraus
hervorgehen könnte: wie sich das willentlich verändern läßt,
durch welchen Mechanismus und durch welche innewohnende Macht?
Hier geht es um nichts Geringeres als eine zoologische Revolution. Wir
suchen nichts Geringeres als den Hebel oder die verborgene Sprungfeder,
die dennoch diesem Körper innewohnt, um uns die Pforten einer Neuen
Evolution zu öffnen, wie es sie seit den ersten Einzellern vor drei
Milliarden Jahren noch nie gegeben hat: die Evolution II.
Ja, es ist ein wenig wie ein "Mordgeständnis", eine Ungeheuerlichkeit
anti-wissenschaftlich, anti-religiös, ja sogar anti-menschlich. Aber
waren die ersten kleinen Seehunde je anti-Fisch? Die Evolution ist "anti"
gegen nichts: sie schreitet voran. Und sie spottet über unsere Anmaßungen.
Mit all unserem Klüngel und Gerümpel sind wir vielleicht erst
die Vorgeschichte des Menschen.
Du brichst den Hügel unseres Wesens inzwei
weil er dir nicht die eingekerkerten Schnelligkeiten
des Lebens hingab.
Rig Veda, V.54.5
2. Das günstige Milieu
Ich war genau dreißig Jahre alt, als ich mich in dieses Abenteuer
der Zukunft des Menschen stürzte. Nennen wir es, um es einfach auszudrücken,
den Herstellungsvorgang dessen, was auf den Menschen folgen wird - nicht
seine "Verbesserung" bezüglich Heiligkeit, Intelligenz, Handlungsmittel,
"Erfolgs"-Macht, nichts um den Artgenossen in Staunen zu versetzen, denn
mir ging es entschieden um die nächste Art. Die gegenwärtige
Zoologie, selbst wenn sie wissenschaftlich oder sogar spirituell war, erschien
mir wie eine schlechte Fälschung mit häßlichen Kavernen
und Schluchten oder ohnmächtigen Höhen ohne Zukunft außer
in problematischen Himmeln. Es ist wahr, daß Indien uns mit seinem
Reinkarnationsbegriff rationalere Öffnungen bot: man geht von Leben
zu Leben, wächst, stopft die Löcher alter Schwächen durch
erneuerten Mut, besiegt den Feind, den man nicht zu exorzisieren verstand
oder nicht erkannte; der Film läuft weiter, um die Niederlagen in
neue Kräfte zu verwandeln und die alten, zu Gefängnissen gewordenen
Erfolge niederzureißen. Man weitet sich, der Blick umfaßt immer
mehr Menschheit. Doch letztlich bleibt es immer dasselbe Drehbuch mit verschiedenen
Höhepunkten und Tiefen oder wechselnden Farben. Man liebt, lacht,
weint. Dann betrachtet man das menschliche Drehbuch in seiner Gesamtheit
und nicht mehr nur in Bezug auf sich selbst und die eigene Befriedigung.
Die Geschichte nimmt ein Leben an wie das eigene. Das Spiel der wettstreitenden
Kräfte, der kollektive Hypnotismus des Augenblicks, der menschliche
Fortlauf tritt sichtbar hervor. Konturen zeichnen sich ab und Bruchlinien
wie wandernde Kontinente des vorzeitlichen Gondwana... die wohin driften?
Dann diese wachsende Masse, die sich mehr in Grobheiten vermehrt als in
Verfeinerung, die sich immer mehr vervielfältigt, wie ein Stein am
Hals der Erde. Was kann man für all das tun?
Der Evolution ist die Kunst eigen, sich des Schlechten ebenso zu bedienen
wie des Guten: alles dient zum Vorwärtsgehen, die schlimmsten Katastrophen
sind ihre besten Anlässe für Erfindungen und Entdeckungen (Ent-Deckungen).
Alles Verneinende und Widerstrebende wird ebenso ihren Ofen heizen wie
ihre Propheten. Man muß sich schon eingestehen - wie ich es tat,
als ich nach Indien zurückkehrte -, daß die "Umgebung" nicht
günstig ist, das heißt sie ist höchst günstig für
etwas anderes. Auch Indien spricht von "Pralaya", dem Untergang der Welt,
aber um wieder eine neue anzufangen: demnach soll es sechs "Pralayas" vor
unserer gegenwärtigen Erde gegeben haben. Siebenmal die Erde. Sieben
evolutionäre Drehbücher... um bei einem intelligenten und mehr
oder weniger zerstörerischen Hominiden zu "enden", der sein besonderes
kleines Drehbuch abwickelt, sich vermehrt und wieder von vorne anfängt
- bis auf den Tod? Und dann eine achte Erde anfangen? Es muß doch
trotz allem einen höchst ungünstigen Augenblick geben, der ein
günstigeres Milieu oder Wesen entstehen läßt, das der Schönheit
und Dauerhaftigkeit der Erde besser entspricht. Der als "sapiens" bezeichnete
Homo
ist keineswegs dieses Instrument, obgleich er sehr wohl dazu dienen mag,
das nächste Wesen herzustellen: nur, durch welchen körperlichen,
physischen Mechanismus? Es muß doch einen geben, nach all den kleinen
Tieren, die vor uns kamen. Die Evolution interessiert sich genausowenig
dafür, unsere Hirnwindungen, Autobahnen, Flugzeuge oder phantastischen
Ideen zu vervielfältigen, wie sie die Zähne des Haies oder die
Beine des Tausendfüßlers mehren will. Aber sie kann sich
unserer eigenen Erstickung bedienen, um unsere Mauern niederzureißen,
wie sie eines Tages die austrocknenden Sümpfe benutzte, um den alten
Fisch zu nötigen, eine andere Atmung zu erfinden. Der Fehler ist stets
zu glauben, die kleinen Tiere - seien sie wissenschaftlich, akademisch
oder päpstlich der einen oder anderen Richtung - wären das endgültige
"Milieu": sie grenzen unser Gefängnis ein, das ist alles, wenn auch
jeder dasselbe Geheimnis in seiner Haut trägt. Die Evolution sprengte
mehr als ein Gefängnis vor uns - mit demselben Geheimnis in der Haut
jedes kleinen Gefangenen. Und vielleicht ist ihr letztes Geheimnis - das,
was sie antreibt, was sie bewegt -, endlich das Wesen ohne Gefängnis
hervorzubringen, nicht mit Hilfe eines weiteren künstlichen Werkzeugs
sondern mit genau dem, was schon im Herzen des ersten Einzellers und des
ersten Atoms zugegen war.
Was ist dann dieses "Ding", das kein Wissenschaftler unter seinem Mikroskop
sah, kein Priester von seinem hohen Stuhl und kein Mensch vor seiner Nasenspitze?
Dennoch sahen die Wissenschaftler es, manche Weisen berührten
es flüchtig, und zahlreiche einfache und unglückliche Menschen
atmeten es. Aber niemand brachte die drei Dinge in einer einzigen menschlichen
Physiologie zusammen.
Wenn wir 1+1+1 zusammenbringen können, werden wir eine neue Spezies
auf der Erde hervorgebracht haben.
Der Schatz des Himmels
verborgen in der geheimen Höhle
wie das Kleine des Vogels,
innerhalb des unendlichen Felses
Rig Veda, I.130.3
3. Die beiden Enden der menschlichen Erfahrung
Manchmal öffnet sich das menschliche Panorama vor unseren Augen oder
springt mit einem Schrei in unserem Herzen auf. Das Elend, die Schönheit
inmitten der Not, das Unendliche, das mit einem Flügelschlag aufreißt,
und dann wieder die langen grausamen Nächte, die Barbarei der Menschen,
die Leben, die sich wie Vögel im Wind und verlorene Lieben zerstreuen,
und etwas pocht und pocht in der Tiefe von all dem wie das Meer und das
Meer, etwas, das beharrt und sich stößt und weiter liebt und
immer liebt. Ein wildes und erhabenes Paradox, eine Suche ohne Unterlaß,
blutige Wege, leuchtende Wege, Durchbrüche auf Schluchten oder Himmel,
und wieder das Grab, immer das Grab. Gewiß erforderte es einige Götter
und Träume, um diese Verzweiflung zu trösten und dieses Unglück
zu beschwichtigen. Es erforderte ein Leuchtfeuer, um in diesen Wirren zu
navigieren, wo das Entzücken das Gesicht des Monsters annimmt und
die Teufel sich in Gold kleiden. Unsere Tempel zerstreuen sich in der Wüste
wie die Vögel unserer Leben und die wiederholten Schreie unserer verschwundenen
Zivilisationen - aber das schreit und schreit weiter. Und wer schreit da?
Wie ein Vogel im Grab, der immer wieder zurückkehrt, um sein Lied
und sein Leid zu singen.
Vielleicht lag genau dieser Schrei am Anfang unseres Wegs vor vier
Milliarden Jahren in einem ersten Grab eines Einzellers. So vergeblich
und so mächtig, daß er die Zeitalter ablaufen ließ und
die Arten trotz allem, oder wegen allem.
Was vermag unsere gesamte Wissenschaft, so neu auf diesem gebrechlichen
Grat eines kleinen Jahrhunderts nach all diesen Jahrtausenden? Sie kann
die Atome unseres Grabes zählen und uns bis auf die brodelnde Oberfläche
der Venus befördern, um noch mehr Atome zu zählen und Galaxien,
zerstreut wie unsere Träume. Sie kann alles zerstören, schön
und gut, das ist ihre große Schöpfung. Jedes ihrer Wunder ist
ein nagelneuer kleiner Tod, von dem sie euch mit einem weiteren kleinen
Tod heilt - das ist so "neu" wie die Sandkörner der Nubischen Wüste.
Dennoch war sie höchst nützlich, um eine gut dokumentierte Menschenhorde
hervorzubringen, fest eingezwengt in ihr Gefängnis und schreiend genug.
An diesem Ende scheint das Geheimnis nicht zu liegen: durchs Mikroskop
betrachtet nützen unsere Atome zu nichts, und mit Zyklotronen zerschmettert
verursachen sie Unfälle. Trotzdem liegt auch dort ein Schrei und ein
Geheimnis, aber nicht unser Getöse wird es freisetzen, nicht mehr
als der Affe durch Bäumeschütteln das Gesetz der Früchte
entdeckte, selbst wenn die Ernte gut war. Aber es ist eine bittere Ernte.
Letztlich gibt uns dieses Ende der menschlichen Erfahrung nur "Tricks"
und Masken - einen Frankenstein - und keine mächtige Wirklichkeit,
die sich selbst befreien und bewegen könnte und uns die goldene Frucht
der Jahrtausende eröffnet.
Die Atome muß man stolpernd im eigenen Körper entdecken.
Die Zellen muß man in der schrillen Nacht des Schmerzes suchen. Man
muß mit nackten Händen und mit nacktem Schrei hineintauchen,
ein anderes direktes Mittel gibt es nicht.
Mit welcher "durchdringenden" Macht gelangen wir nun auf den Grund
dieses physiologischen Lochs, so starr wie Basalt und so scharf wie eine
Neuralgie? Meistens stirbt man dabei, oder man muß warten, bis man
stirbt, um zu entdecken, was es ist.
Der Körper ist die größte Unbekannte - warum zu Mars
und Mond fliegen, wenn alle Universen hier sind? Und alle Geheimnisse aller
Universen liegen in einer kleinen Zelle.
Dorthin muß man aber hinabsteigen.
* * *
Dann gibt es das andere Ende der menschlichen Erfahrung.
Das himmlische Ende.
Dieses ungeheure Mißverständnis.
Auch dort ist das Panorama breit, all diese inbrünstigen Leben
von einem Lichtblitz erfaßt, die zärtlichen und stammelnden,
von großem Mitleid für die Welt ergriffenen Leben, die unverstandenen
Leben verloren in einsamer Erleuchtung, die Kehle von abgrundtiefem Verständnis
zugeschnürt, Leben zerrissen vom gebieterischen Verständnis dessen,
was die Welt retten könnte, und die Hände fallen, machtlos und
betrübt im Gewühl, diese Leben über Leben brennenden Diamantes,
unauslöschlichen Feuers, der Suche und der Fragen mit dem Schwert
im Herzen und geballten Tränen wie eine Liebe ohne Antwort, dann die
eisigen Morgengrauen, wo das Leben auf einmal in triumphierender Freude
fällt, ein unermeßlicher Blick, der alle Leben wie die unvollendete
Brandung eines großen Ozeans umfaßt - ein Schrei des Seins
auf immer jenseits aller Schmerzen und aller Gräber.
Doch dieser arme Mensch schreitet Schritt für Schritt weiter in
der Nacht und im Gewühl, er kennt sein eigenes Geheimnis nicht, er
weiß nicht, daß dieses Brennen im Herzen, die nach innen gekehrten
Tränen, das Stolpern ohne Antwort bereits die eigentliche Antwort
ist, die wächst und wächst, ohne Worte, ohne Evangelium, brennend
wie das erste kleine Feuer, das all diese Zeitalter und Schmerzen in Bewegung
brachte, auf diesen unsäglichen Spannungspunkt zu, wo das Wesen, ein
Wesen, endlich aus seinem alten Panzer ausbricht, Meister seiner eigenen
Macht, ohne die anderen zu erdrücken, Kenner seiner eigenen Welt ohne
Kunstgriffe, Liebender von allem, was lebt, ohne tödliche oder unsterbliche
Gesetze zu erlassen, denn es weiß, was unter all unseren fruchtbaren
Fehlern und Fehltritten in der Nacht reift und wächst.
Lerne zu brennen, wird es einfach sagen.
Benutze alles, um das Feuer innen zu entfachen.
Und das Ziel ist gewiß, denn es entbrannte mit dem ersten Stern.
Doch in der Zwischenzeit...
In der Zwischenzeit sind wir diese unvollendete Brandung auf einer
brausenden Küste. Dann empfindet man einigen Zorn gegen all diese
mit einer Bischofsmütze versehenen, behüteten, beturbanten oder
kahlrasierten Scharlatane, die euch von der Spitze ihrer Minarette oder
Kirchentürme ihr "Gottesgesetz" verkünden und sich all dieser
kleinen einfachen Feuer bemächtigen, um ihren eigenen Einfluß
zu stärken oder ihr gewinnbringendes Theater aufzuziehen. Trotz alledem
enthielt jeder - jeder - dieser kleinen oder großen in unseren Wüsten
zerstreuten Tempel einen kleinen Lichtzipfel, einen kleinen Schrei des
Durstes, der den großen Durst löschen, den alten Schmerz lindern,
die Hoffnung schenken wollte. Dann Mauern, immer Mauern, um den Lichtzipfel,
den erhaschten Schimmer einzusperren. "Jeder nimmt einen Zipfel und macht
daraus sein Ganzes", sagte Mutter. Und letztlich lag die Hoffnung stets
im Himmel, die Erlösung jenseits der Gräber, fern von diesem
ganzen leidigen Schlamm - diesem ersten Schlamm, aus dem wir alle hervorgingen
und der unser außerordentliches Geheimnis hütet.
Ein ungeheures Mißverständnis.
Die beiden ausweglosen Enden der menschlichen Erfahrung. Eines oben
zur Flucht, eines unten zum Tod.
Man müßte 1+1=3 setzen. Denn wir sind die dritte unglückliche
Ziffer, der Schmelztiegel, in dem die Begegnung von Himmel und Erde ausgearbeitet
wird.
Die dritte Spezies nach unserer pflanzlichen und animalischen Physiologie.
Folge dem leuchtenden Faden,
der durch die Zwischenwelt
gespannt ist
Rig Veda, X.53.5
4. Der Faden
Wollen wir in diesen Körper hinabsteigen, in dieses Produkt des Schlamms
und des Tieres, um sein evolutionäres Geheimnis freizulegen, brauchen
wir, wie bereits erwähnt, eine ziemlich "durchdringende" Macht, aber
ohne zerschmetternd und blutig zu sein wie die unserer Mechanik. Als direkte,
natürliche Macht kennen wir eigentlich nur die des Mentals, es ist
unser Werkzeug höherer Affen. Wir wissen zur Genüge, wozu es
nutzte, wir kennen seine Schönheiten und seine Schrecken, seine endlosen
fruchtbaren und katastrophalen Purzelbäume und seine unterirdischen,
unter-mentalen Erforschungsversuche, die uns große Mythen und verkrampfte
Träume erbrachten, in denen sich Teufel und Genies, Schlangen und
Schönheiten mischten: ein gestutztes Wissen und trotz allem nur knapp
unter der Haut, denn wir sind noch sehr jung in dieser Geschichte. Es ergibt
sich die erstaunliche Feststellung, wie wir doch in allen Bereichen der
Zauberlehrling sind, der es sehr gut versteht, die Kräfte zu erwecken,
ohne sie beherrschen zu können.
Dennoch gab es auch Dichter: "Millionen goldene Vögel, o zukünftige
Lebenskraft..."2 Kämen die über-mentalen Höhen womöglich
dem Geheimnis und der gesuchten "Lebenskraft" näher?
Als Kind steckte man mich in ein Internat für widerspenstige Bälge
außerhalb Paris: dunkelblaue Uniform mit engem Kragen und Goldknöpfen
bis an den Hals. Alles nötige, um einen zu ersticken. Sonntags gingen
wir dann schön geordnet in Viererreihen im Wald von Verrières
spazieren. Charmant. Eins-zwei-drei-vier, dazu eine Kappe mit einem goldenen
Abzeichen im Blau. Eines "schönen" Sonntags - ich weiß nicht,
was mich überkam - begann ich, um die Lage etwas zu erleichtern, meinen
1-2-3 Reihenkameraden Geschichten zu erzählen: Geschichten, die mir
völlig unbekannt waren, die ich nirgends gelesen hatte. Das war sehr
sonderbar, als fiele mir das auf den Kopf und lief dann ganz von alleine
ab. Ich habe keine Ahnung mehr, was ich erzählte (ich wußte
es nicht einmal, während ich es erzählte!), aber die Tatsache
blieb sehr lebendig in meinem Bewußtsein. Es war wie ein Wissen oder
eine Wissensquelle oberhalb meines Kopfes. "Betrachtete" ich auch nur einen
Augenblick, was ich erzählte, verwischte sich alles, und der Faden
ging verloren. Es gab einen "Faden".
Das war meine erste Fährte, und mehr als fünfzig Jahre lang
verfolgte ich sie unablässig.
Dieses "Ding" über meinem Kopf war trotz allem sehr überraschend.
Und wenn ich mich auch gelegentlich als Dichter fühlte und mit anhaltendem
Erstaunen an diesem Faden zog, um zu sehen "was das ergab", so genügte
es mir nicht, Inspirationen zu haben oder Romane zu schreiben - mich interessierte
das menschliche Abenteuer, das man mit den eigenen Schritten und Schmerzen
formt. Mich interessierte dieses Unbekannte, die Herstellung der Zukunft,
denn das Gegenwärtige erschien mir in jedem Fall so erstickend wie
das Internat in Verrières.
Mußte man den "Faden" noch höher ziehen?
Nach zahlreichen Fährten im Westen und Süden der Geographie,
die mich nichts lehrten außer das menschliche Elend und mein eigenes,
sowie ein inneres Feuer, das wie eine schlecht aufgefangene Explosion wuchs,
nahm ich Kurs nach Osten - Indien. Ein Land, wo der "Faden" immerhin nicht
in einer Religion endete - außer es wären Millionen "Religionen",
so viele wie es Menschen gibt, was bereits nicht schlecht war. Mir mangelte
es nicht an "Himmeln" sondern an Menschheit. Die "Erlösung" ist höchst
interessant für die Erde, nicht für einen einzelnen Biedermann.
Da sagte mir Sri Aurobindo (nicht mit Worten): Höher, noch höher,
dort
findest du die große Lebenskraft.
Diese hohe Fährte verfolgte ich... zwanzig Jahre lang, bei Mutter,
die mich alles lehrte, und dann alleine, als ich die Dinge etwas unmittelbarer
in meiner eigenen Tierphysiologie zu berühren begann. Wenn man ganz
alleine ist, muß man wohl oder übel mit den vorhandenen Mitteln
auskommen. Letztlich bleibt einem nur ein Mittel, und zwar Durst zu haben,
aber einen Durst zum Krepieren. Dann findet man notgedrungen den Fluß,
oder man krepiert. Aber das war eine Sturzflut von "Fluß" - ein Niagara.
Eine ungeheure, unbekannte Lebenskraft. Eine ungeheure, durchdringende
Macht.
Ich kann nur sagen, was ich weiß. Was ich erlebte, berührte,
trank. Und die Erfahrung läuft noch, man weiß nicht, wie es
enden wird. Es geht nicht darum, Theorien zu machen - noch eine weitere
-, sondern um Geographie, etwas stolpernd, weil es unbekannte Fährten
sind. Vielleicht ist es auch eine Geologie: immer erdrückender, wenn
man tiefer eindringt und das Bohrloch bis zum ersten kleinen Tier zurückreicht.
Doch zuerst muß ich das Rätsel dieses "Fadens" erzählen
und wie einen das Ganz-oben zum Ganz-unten führt, dort wo die Veränderung
stattfindet, am Tor des ersten Grabes zu Anbeginn der Zeiten.
5. Die Tore der Sonne
Da ist ein Rätsel.
Wahrscheinlich das mächtigste Rätsel in der Nacht von vor
den Sphinxen - und es hängt an einem Faden. So dünn, so zerbrechlich
inmitten all unseres Getöses, als wollte alles ihn verdecken, verfälschen,
entstellen - die Religionen ebenso wie die Wissenschaften - und die Quelle
durch Fernsehantennen ersetzen, die uns nur unser eigenes Chaos kundgeben,
oder durch Kirchengesänge, die nur unser eingemauertes Schicksal herunterleiern.
Wie diesen "Faden" erwischen? Ich kann es nicht sagen. Wie diese mentale
"Linie" überqueren, um Zugang zur Welt des Wissens oberhalb des Kopfes
zu erhalten? Für mich vollzog sich diese Operation ganz natürlich,
unbemerkt wie die Waldluft in Verrières, aber wahrscheinlich hatte
sie sich lange vorbereitet unter dem einen oder anderen "Hemd" vergangener
Zeiten, zerlumpt oder mit Goldknöpfen, und etwas darin, darunter erstickte,
stieß sich, lehnte sich auf gegen diesen Schädelpanzer oder
den des Atavismus und ließ sich hier oder dort hängen, um unter
einem anderen Hemd wieder anzufangen - Durst, ein großer Durst nach
etwas anderem. Einen anderen Mechanismus gibt es nicht für diese Operation,
wie der alte Fisch, der es leid ist, im Kreis zu schwimmen, und der eine
andere Luft atmen will. Immerhin ist es schon symbolisch, daß ich
des Phänomens gewahr wurde, während ich in Viererreihen unter
enghalsiger Uniform und Sonntagshut einhermarschierte.
Diese menschliche Situation muß dringend "erleichtert" werden.
Dieser Schädelkasten ist so widerspenstig wie der Panzer der Trilobiten,
und dieser arme "Faden" wurde von überholten Mystikern so entartet,
daß wir nicht mehr an unsere eigenen Quellen zu rühren wagten!
So stürzten wir in einen Rationalismus, der genauso bigott geworden
ist wie sein religiöser Kontrahend - "ich denke, also bin ich" oder
irgendein anderer Gipfel philosophischer und anthropologischer Dummheit:
ich schwimme, also bin ich; ich krieche, also bin ich; ich klettere in
den Bäumen, also bin ich... und so lassen sich alle unsere evolutionären
Instrumente aufzählen, doch was ist ? Was pocht unter diesem
oder einem anderen Hemd eines Krebstieres oder Hominiden, was läßt
es werden ? Gibt es eine Quelle dieses Werdens, die bewirkte, daß
der kleine Fisch trotzdem etwas anderes wurde, ohne daran zu denken? (!)
Unsere Philosophen mögen behaupten, wir wären eine "vergebliche
Leidenschaft"3, doch diese Leidenschaft begann trotzdem vor den Protozoen.
Und es geht weiter.
Das Rätsel bleibt trotz allem rätselhaft, folgt man nämlich
dem Faden, wie ich es tat, folgt man ihm geduldig immer weiter durch wohlbekannte
Yogamethoden, so landet man in weiten Reichen, welche die Menschen wohl
erfrischen würden - Räume des Friedens und Lichtes, Ausbrüche
spontanen Wissens, Ozeane der Freiheit, wo die Lachmöwen über
den Schaum schießen; klare Tiefen, in denen eine so alte Zärtlichkeit
zu lächeln scheint und manchmal abgründige Höhen, wo alles
verschmilzt wie in einer Liebe von immer. Da gibt es nichts mehr zu "wissen":
es ist. Und das ist alles, was ist. Alles ist umarmt, für immer getröstet.
Könnten die Menschen ein wenig von dieser Luft atmen, würden
sie ohne jeden Zweifel besser leben. Dennoch liegt es in ihrer Reichweite,
nicht einmal so hoch, wie man glaubt.
Zieht man den Faden aber noch etwas weiter, beginnt uns der Kopf wie
im Schlaf zu wanken. "Sie verfallen dem Schlaf im Unendlichen", sagte Sri
Aurobindo mit seiner unvergleichlichen Ironie. Und beharrt man weiter,
stößt man an eine weitere, letzte Barriere oder besser gesagt,
wird abgehalten von... etwas, einem so dichten Strahlen, daß es für
unsere physische Aufmachung undurchdringlich ist: "Das Antlitz der Wahrheit
ist von einer strahlenden goldenen Platte verdeckt", sagt die Upanischade.
Man erreicht die "Tore der Sonne", Suryasya Dvara , die noch kein
Mensch überquerte, ohne seinen Körper zu verlassen.
Von dort kehrt man nicht lebend zurück.
Zwischen der mentalen Linie und dem äußersten Ende der über-mentalen
Linie liegt das gesamte Feld der bekannten menschlichen Forschung - Buddha
und einige andere drangen bis dorthin vor: glückselig verschwanden
sie im Nirvana.
Ist das wirklich alles?
Er spaltete die Dunkelheit,
wie man eine Tierhaut aufspannt,
um unsere Erde
unter dem Licht seiner Sonne auszubreiten
Rig Veda V.85.1
6. Sri Aurobindo
Vier Milliarden Jahre und Schmerzen, um dort oben in Ohnmacht zu fallen?
Das wäre monströs.
All diese Gräber sind monströs.
In einer Zelle des zum Tode Verdammten schrie ich - und wieviele Male
davor?
Ist der Mensch tatsächlich eine "vergebliche Leidenschaft" und
dieses ganze evolutionäre Massaker eine tödliche Unvernunft und
unsere schönsten Gesänge ein Schrei der Schönheit und Tapferkeit
gegen dieses Eiserne Schicksal, so verstehe ich, warum all die kleinen
vergeblichen Leidenschaften heute Maschinengewehre an sich reißen
für nichts und die großen Habgierigen der Welt Bomben anhäufen,
um diesen Horror zu vernichten. Und einen weiteren Horror hinzufügen.
Und alle unsere Himmel werden uns nie trösten.
Ist die Erde aber getröstet?
Was sagt uns Buddha (und die anderen) angesichts dieses Elends der
Tiere und der Bäume und der ausgehungerten Kinder? Welche Botschaft
haben sie? Es gibt keine Botschaft, außer die eigene Haut
und Physiologie zu ändern und ein anderes Wesen auf der Erde hervorzubringen,
das die Richtung der Evolution umdreht.
Begeben wir uns ein wenig in die Tatsachen anstatt in Philosophie.
Es gab einen leibhaftigen Mann, der Revolutionär war und gegen
die britische Tyrannei in Indien kämpfte. Inmitten seiner Handlung,
und nicht in asketischer Zurückgezogenheit, wurde dieser sehr solide
und mit all unserer westlichen Vernunft begabte Mann, als er eines Tages
in Bombay, dieser Stadt aller Fäulnis und allen Elends, auf einer
Veranda einherging, plötzlich ergriffen, nach oben gerissen und vom
Nirvana verschluckt - wie Buddha zweitausendfünfhundert Jahre früher.
... Ein Riff,
das in einen uferlosen Abgrund sinkt
Die Welt ist vorüber
Vier Monate später wurde er von den Engländern verhaftet,
in eine Zelle in Kalkutta gesperrt und erwartete, gehängt zu werden.
Das war Sri Aurobindo.
Vielleicht hatte er diesen Schrei?
Diesen Schrei seit wievielen Malen, seit wievielen Toden?
Seit wievielen untröstlichen Schrecken?
Ohne Zweifel war er weise und unerschrocken geboren worden, denn anstatt
sich nutzlos aufzulehnen, zog er schweigend weiter an dem "Faden". Da sagte
ihm eine brüderliche Stimme von jenseits der Gräber (es war Vivekananda):
Höher, noch höher, jenseits der letzten Linie.
Nach einem Jahr in der Zelle wurde er freigesprochen und flüchtete
nach Pondicherry, ins französische Indien, wo er vierzig Jahre lang,
von 1910 bis 1950, das Unbekannte jenseits der letzten Linie erforschte
und durchpflügte.
In einem gelassenen Brief - alles war so gelassen und transparent in
diesem Wesen aus Fleisch und Blut - beschrieb er in schlichten Worten sein
menschliches Panorama und sein Ziel:
Nur indem er sich zu einem höheren Bewußtsein erhebt,
jenseits der mentalen Linie... wird der Mensch seine Unfähigkeit und
sein Unwissen verlassen können. Seine volle Befreiung und seine Erleuchtung
werden kommen, wenn er die Linie überquert und das Licht eines neuen
überbewußten Daseins betritt. Derart ist die Transzendenz, welche
die Mystiker und spirituellen Sucher als Aspiration und Ziel anstrebten.
Aber dies für sich genommen würde nichts an der Schöpfung
hier unten ändern; die Flucht einer befreiten Seele aus der Welt macht
für diese Welt keinen Unterschied. Könnte diese Überquerung
der Linie jedoch umgekehrt werden und nicht nur einem aufsteigenden sondern
einem herabsteigenden Ziel dienen, bedeutete dies die Transformation der
Linie von dem, was sie jetzt ist - ein Deckel, eine Barriere -, in einen
Durchgang für die höheren Bewußtseinsmächte des Wesens,
die jetzt oberhalb der Linie liegen. Es bedeutete eine neue Schöpfung
auf der Erde, ein Eindringen der äußersten Kräfte, welche
die Verhältnisse hier umkehren würden.
Vierzig Jahre lang wirkte Sri Aurobindo für die "Umkehrung
der Linie", bearbeitete dieses unbekannte Feld der Evolution II
, die die Gesetze unserer menschlichen und irdischen Verhältnisse
umkehren wird - alle Gesetze, wie sie seit vier Milliarden Jahren
wissenschaftlich, religiös oder zoologisch bestehen.
Das erscheint ein wenig verrückt, aber wie erschiene auch diese
schöne Möwe in unserem Himmel dem ersten Granit?
Ich glaube, ich kann behaupten, Tag und Nacht über Jahre und
Jahre hinweg gewissenhafter experimentiert zu haben, als ein Wissenschaftler
seine Theorie oder Methode auf der physischen Ebene prüft.
Allerdings ist dies eine Methode am lebendigen Leib.
Vierzig Jahre des Experimentierens und der Einsamkeit unter allgemeinem
menschlichen Unverständnis... Das ist eine lange Navigation und, wie
wir selber lernen werden, eine gefährliche, verglichen mit welcher
Darwins Kreuzfahrt an Bord der Beagle vergnüglich erscheint.
Doch am Ende erreichen wir - vielleicht - diese "durchdringende" Macht,
welche die "Millionen goldenen Vögel" des Dichters aus ihrem Käfig
befreit.
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